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- Archiv 2016 -

Ärger beim S.C. Drispenstedt

Der S.C. Drispenstedt steht vor einem Problem. Auf der einen Seite will sich der Sportverein um Kinder und Jugendliche kümmern, ihnen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung bieten und auch an der Integration ausländischer Jugendlicher mitwirken. Auf der anderen Seite werden seine beiden Plätze am Ende der Borsigstraße in jüngster Zeit regelmäßig von Gruppen Jugendlicher heimgesucht, die sich zum Fußballspielen treffen - und dabei offenbar auch vor mutwilligen Beschädigungen nicht zurückschrecken.
Dem Vereinsvorstand ist jetzt der Kragen geplatzt. Er hat eine gepfefferte Nachricht an den Ortsrat und die Stadt-Verwaltung geschrieben.
Zudem erwägt der stellvertretende Vereinsvorsitzende Gerhard Könneker, bei künftigen Vorfällen auch die Polizei einzuschalten. „Das dürfen wir uns nicht weiter bieten lassen ", sagt der Vereins-Vize.
Könneker schreibt in deutlichen Worten von „undefinierbaren Gruppen", die den S.C. derzeit „regelrecht überfallen". Ohne Zustimmung des Vereins tauchten mitunter bis zu 20 junge Männer auf dem Gelände am Rande des Drispenstedter Grüngürtels auf, kletterten über die Zäune, rissen Lücken in den Maschendrahtzaun oder hängten Seitentüren aus. Anschließend bolzten sie auf dem Gelände des Sportvereins - und zwar ohne Erlaubnis des Sportvereins, der das Hausrecht im Sportpark ausübt.
Mehrfach seien die jungen Leute - beim SC geht man davon aus, dass es sich in der Mehrzahl um Flüchtlinge handelt - von Vereinsmitgliedern sowie dem Wirt der Vereinsgaststätte auf ihr unerlaubtes Tun angesprochen worden.
„Ich habe ihnen gesagt, dass sie auf dem hinteren B-Platz spielen können", sagt Könneker. Der A-Platz sei gesperrt gewesen, weil er sich bis zur neuen Saison regenerieren sollte. Doch mehrfach seien die Worte der S.C.-Mitglieder ignoriert worden. Mitunter sei ihnen sogar Ausländerfeindlichkeit vorgeworfen worden.
Diesen Vorwurf will Könneker nicht stehen lassen. „Flüchtlinge sind bei uns willkommen", sagt er. Zusammen mit der Cluster-Sozialagentur und Labora habe der Verein zum Beispiel gerade eine Flüchtlings-A-Jugendmannschaft aufgebaut, die demnächst am Punktspielbetrieb teilnehmen soll.
Beim S.C. hat man einen Verdacht, was die jungen Leute dazu bewegen könnte, unerlaubt auf das Privatgelände des Vereins zu gehen. In gerade einmal 200 Meter Entfernung im Drispenstedter Grüngürtel befindet sich ein öffentlicher Bolzplatz mit zwei Alu-Toren. Dort steht das Gras aber so hoch, dass ein normales Spiel kaum möglich wäre. Zudem liegen große Büschel Heu auf dem Gelände, die nach dem letzten Mähen liegen geblieben sind. Der Sportverein fordert das Grünflächenamt jetzt auf, „die Flächen spielgerecht herzurichten".
Die Stadt ist am Dienstag, den 05.07.2016, zum Schneiden des Grases angerückt. „Grundsätzlich wird der Platz alle vier Wochen gemäht", sagt Stadtsprecherin Marion Dobias. Zurzeit hätten aber Liegewiesen Vorrang. Allgemein sei man im Rathaus davon ausgegangen, dass der Bolzplatz kaum genutzt wird. „Durch das neue Interesse wird dieser ab sofort häufiger gemäht, sofern dies personaltechnisch machbar ist", kündigt Dobias an.
Mit den üppigen Büscheln Heu müssten die Kicker aber anschließend trotzdem fertig werden. „Das abgeschnittene Gras wird grundsätzlich nicht abtransportiert", sagt Dobias. Sie macht potenziellen Nutzem der Fläche trotzdem Hoffnung. Normalerweise arbeiteten die Grünpfleger mit einem Schlegelmulcher. Am Dienstag rückten sie mit einem Sichelmäher an. „Dann wird es etwas feiner."

© SIR... Dieter Sander