Millionen für Schwimmbad in Hildesheim geplant
Muss auch Drispenstedt bald wegen Sanierung schließen ?
Die städtische Tochter gbg Wohnungsbaugesellschaft will ihr Hallenbad in Drispenstedt für einen hohen Millionenbetrag erneuern lassen.
„Das Schwimmbad muss dringend saniert werden“, sagt gbg-Marketingchefin Fenja Nönken. Dies sei wichtig, damit das 56 Jahre alte Bad weiterhin dem Schwimmsport zur Verfügung stehe. Die gbg hat
es an den Verein für Schwimmsport verpachtet, der das Bad seit Jahrzehnten betreibt.
Bei der gbg würde man am liebsten im nächsten Jahr, spätestens im Jahr 2028, mit der Sanierung beginnen. Allerdings hängt dies an der Finanzierung des Projekts. Die Gesamtkosten liegen bei rund 8,7 Millionen Euro. Fast 6 Millionen Euro Förderung verspricht man sich im Rathaus der Stadt vom Bund und dessen Fördertopf „Sanierung kommunaler Sportstätten – Schwimmbäder“. Die Stadt selbst soll fast 2 Millionen Euro zuschießen, schlägt das Rathaus den Ratspolitikerinnen und -politikern vor. Der Anteil der gbg läge bei etwa 800.000 Euro.
Der Rat entscheidet in seiner Sitzung am 29. Juni
Das geht aus einem Antrag hervor, der ab Mittwoch in den städtischen Ratsgremien diskutiert werden soll. Denn: Über die Stadt soll der Löwenanteil der Finanzierung abgewickelt werden. Am Mittwoch, 17. Juni, befassen sich drei Ratsausschüsse mit dem Vorschlag, am 22. Juni der Verwaltungsausschuss. Der Rat entscheidet am 29. Juni.
Im Stadtgebiet besteht laut Wasserflächenbedarfsanalyse derzeit eine Versorgungslücke für den Schwimmsport. Die Stadt versuche im Rahmen ihrer begrenzten Handlungsmöglichkeiten, weitere geeignete Wasserflächen bereitzustellen, um Schwimmunterricht sowie das Vereinswesen im Schwimmsport zu ermöglichen, heißt es in der Beschlussvorlage. Mittelfristig sei bei einem Wegfall des Hallenbades Drispenstedt allerdings mit einer weiteren Vergrößerung der Versorgungslücke bei Wasserflächen und Bahnenstunden zu rechnen.
„Die Sanierung des Hallenbades würde maßgeblich zum Erhalt der Wasserflächen und zur Stärkung der Lehrschwimmkapazitäten beitragen.“
Land lässt Schwimmbad im Landesbildungszentrum sanieren
Die fehlenden Wasserflächen sind seit Jahren Thema in der Stadt. Zeitweise diskutierte die Politik darüber, ein neues Hallenbad für bis zu 55 Millionen Euro errichten zu lassen. Das wurde aber als zu teuer verworfen. Unlängst hat das Land angekündigt, sein Schwimmbad im Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte sanieren zu lassen. Hunderte Schwimmerinnen und Schwimmer müssen deshalb demnächst neue Wege einschlagen. Das 44 Jahre alte Schwimmbad wird laut Stadtverwaltung aktuell von der nahen Oskar-Schindler-Gesamtschule sowie den beiden Sportvereinen VfV 06 und PSV Grün Weiß Hildesheim genutzt. Sie sollen vom Sommer an vorübergehend in andere Schwimmbäder ausweichen.
Die Stadtverwaltung begrüßt die Pläne der gbg ausdrücklich, will den eigenen städtischen Betrag aber an die Zusage des Bundes koppeln. Das bedeutet: Gibt es keine Förderung, sollen auch die 2 Millionen Euro aus der Stadtkasse nicht fließen.
Schlecht gedämmtes Dach und Feuchtigkeit im Keller
Das Hallenschwimmbad im Stadtteil Drispenstedt in Hildesheim wurde in den 1970er-Jahren errichtet, befindet sich in einem sanierungsbedürftigen Zustand und ist technisch, energetisch und funktional in einem schlechten Zustand. Bei der Stadt geht man davon aus, dass es bis auf den Rohbau zurückgebaut werden muss. Die Gebäudehülle weise insbesondere im Bereich der Fassade und des Kellers erhebliche Feuchtigkeitsschäden sowie ein schlecht gedämmtes Dach und wiederkehrende Undichtigkeiten auf.
Sollte es während der weiteren Planung beziehungsweise in der Bauphase zu einer Kostensteigerung kommen, so liegt auch in diesem Fall die maximale Beteiligung der Stadt Hildesheim bei einem Betrag von rund 2 Millionen Euro.



