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- Archiv 2017 -

Neues aus dem Ortsrat - Juni 2017

Drispenstedt in Lärm- und Abgasfalle ?

Die Stadt soll ermitteln, welchen Lärm- und Abgas-Belastungen Hildesheims nördlichster Ortsteil tatsächlich ausgesetzt ist. Diese Forderung hat der Ortsrat Drispenstedt am 23. Mai 2017 einstimmig aufgestellt.
„Wenn es um Lärm und Abgas in der Innenstadt geht, werden derartige Werte regelmäßig thematisiert", monierte Jürgen Köhn. Etwa dann, wenn es um die Schuhstraße gehe. „Dabei haben wir hier in Drispenstedt viel mehr Lärm."
Hintergrund sind schnell anwachsende Verkehrsströme in Hildesheims Norden. Köhn verwies etwa auf die beiden Schnellstraßen, A7 und Kennedydamm, sowie den Lerchenkamp - vor allem aber auf den wachsenden Gewerbepark Nord, der von immer mehr Fahrzeugen angesteuert wird. Allein das neue Lidl-Zentrallager am Ende der Baurat-Köhler-Straße verzeichnet bis zu 300 Fahrzeugbewegungen pro Tag.
„Die Lärm- und Abgasbelästigung ist für uns unerträglich geworden", sagte Köhn. Er berichtete von Bürgern, die deshalb umziehen wollen. Die Werte erreichten seiner Meinung nach mitunter ein Niveau, das an Körperverletzung grenze. Aber die Drispenstedter hätten wie alle anderen Bürger Hildesheims auch Anspruch darauf, möglichst unbelastet zu leben.
Dem pflichteten mehrere Ortsratsherren bei.
„Viel zusätzlichen Verkehr haben wir inzwischen durch das vollaufende Gewerbegebiet", erklärte Sara Obomik.
Karl-Hermann Ruhland forderte einen „nachdrücklich formulierten Antrag" an die Stadt. Sein Fraktionskollege Hartmut Steffen berichtete von zunehmendem Treckerverkehr.
Ein Teil davon könnte auch von der Deula stammen, ergänzte Roswitha Rothe. Die Deula betreibe eine Fahrschule am Lerchenkamp und sei viel in der Umgebung unterwegs.
Kritik formulierte Köhn am Ende der Sitzung auch an der Motorsportveranstaltung Hot- Wheelz vom Wochenende. Er frage sich, ob dort tatsächlich alle geforderten Vorgaben in Sachen Sicherheit und Lärmschutz eingehalten würden.
„Hat der TÜV dort überhaupt gemessen, und wurden die Lärmmessungen aufgezeichnet", fragte er. Laut Veranstalter Michael Ebsen wird die Großveranstaltung vom TÜV begleitet. Zudem habe er seine Telefonnummer auf der Homepage veröffentlicht, falls sich jemand beschweren will.
Köhn forderte, dass die Stadt Veranstaltungen wie Hot-Wheelz mehr als bisher kontrolliere.
Die Ortsratspolitiker diskutierten zudem über die Verkehrssituation im Franz-Hartmann-Weg und in der Peiner Landstraße. Im Franz-Hartmann-Weg will Ruhland gefährliche Situationen ausgemacht haben. Er forderte eine Tempo-30-Zone. Hier soll die Verkehrskommission demnächst anrücken. Für die Peiner Landstraße stellte sich Köhn Bodenwellen oder Poller vor, um Autofahrern das Tempo zu nehmen. Dies will der Ortsrat in einer seiner nächsten Sitzungen vertiefen.

Sicherer Überweg ?

Seit Jahren beschäftigt sich der Ortsrat mit dem Thema Verkehrsbelastung und insbesondere Verkehrssicherheit in Drispenstedt. Immer wieder wurde die Stadtverwaltung darauf aufmerksam gemacht, dass die Verkehrsdichte zunimmt und die Sicherheit für Fußgänger an einigen Überwegen nicht gegeben scheint.
Einige rücksichtslose Autofahrer fahren nicht nur in unangemessener Geschwindigkeit durch Drispenstedt, sondern wechseln auch beliebig die Fahrspur oder parken willkürlich, z.B. auch im Bereich von Kreuzungen und bringen damit weitere Verkehrsteilnehmer in Gefahr.
Insbesondere im Bereich der Bushaltestelle in der Ehrlicherstraße ( im Bereich der Ladenzeile ) wurde mehrfach beobachtet, dass bei haltendem Bus links überholt wird, so dass die Fußgänger, die die Straße überqueren, um ihr Leben fürchten müssen. Hier muss etwas passieren, bevor wirklich noch Jemand zu Schaden kommt.
Die Leiterin der Kindertagesstätte St. Thomas, Cornelia Anolke, sieht an dieser Stelle auch die ihr anvertrauten Kinder in Gefahr. Die sogenannte Querungshilfe in der Mitte der Ehrlicherstraße hilft zwar bei der sicheren Überquerung der Straße, mehr aber auch nicht. Die Insel ist viel zu schmal für Eltern mit Kinderwagen, für eine Schülergruppe oder Menschen mit Rollstuhl und Rollator.
Die Ehrlicherstraße auf Höhe Ecke Zeppenfeldstraße wird stark frequentiert und insbesondere als Schulweg und Weg zu den Kindertagesstätten auch von Verkehrsanfängern genutzt.
Ältere Menschen - zum Beispiel aus der Servicewohnanlage in der Hildebrandstraße - oder Menschen mit Behinderung, die in die Werkstatt der Lebenshilfe zur Arbeit gehen, die die Straße nicht so zügig überqueren können und ggf. Rollator oder Rollstuhl nutzen, sind stark gefährdet.
Die Straße wird überquert, wenn man zur Bushaltestelle, zum Einkäufen, zum Arzt, zur Post, zur Apotheke oder zum Familienzentrum oder zur Kirche möchte. Auch die Schwimmhalle und Krankengymnastikpraxis oder der Müllcontainerplatz liegen direkt an der Ehrlicherstraße.
Die Vertreter des Ortsrates werden sich um eine zeitnahe zufriedenstellende Verkehrslösung bemühen und halten eine Ampelanlage an dieser Stelle für sinnvoll.

© SIR... Dieter Sander