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- Aktuelles aus Drispenstedt -

Explosion in Reihenhaus in Drispenstedt

Abriss des Unglückshauses hat begonnen

Bericht in „Hildesheimer Allgemeine Zeitung“ vom 27. März 2020 :

Der Abriss des Unglückshauses in Drispenstedt hat begonnen. Die Arbeiter müssen das Reihenmittelhaus Stück für Stück per Hand von oben nach unten auseinanderbauen.
Die Schwierigkeit : Das Haus darf nicht betreten werden. Auch die beiden Nachbarhäuser - die Bewohner mussten vorübergehend ausziehen - dürfen nicht weiter beschädigt werden.
In 15 Meter Höhe stehen Maschinenführer Dennis Hoffmann und sein Kollege Anes Moric festgegurtet auf einer mobilen Arbeitsbühne.
Ihr Auftrag ist klar : Das Reihenmittelhaus muss bis zum Erdboden abgeräumt werden. Eine gewaltige Explosion hatte in den Morgenstunden des 24. Januar 2020 das Haus erschüttert und einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Die Druckwelle war so enorm, dass im Obergeschoss Fenster und Fassade herausgedrückt worden waren. Seitdem klafft dort ein riesiges Loch. Die Kraft der Explosion hatte auch den kompletten Dachstuhl angehoben. In dem abgesperrten Haus besteht Einsturzgefahr. Niemand durfte es betreten - wegen Lebensgefahr.
Die Hildesheimer Abbruchfirma Hoffmann hat nun begonnen, das Haus abzutragen. Dafür hat das Unternehmen zunächst eine 18 Tonnen schwere Teleskop-Arbeitsbühne in den Vorgarten gestellt. Auf der Straße davor warten zwei große Container : In den einen kommt Holz, in den anderen Restmüll.
Mit einer Säge haben die beiden Arbeiter die eine Seite des Dachstuhls bereits freigelegt. Dort steht ein Schrank mit Wäsche und ein Korbstuhl, auf der anderen Seite ein Bett. Ein seltsamer Anblick - das aufgeschnittene Haus wirkt wie eine Kulisse aus einem Film. Die giftige Dämmwolle vom Dach - sie muss als Sondermüll entsorgt werden - liegt in weiße Bigpacks gestopft auf dem Rasen.
Die Männer arbeiten mit Handschuhen, Helm, mitunter auch mit Mundschutz gegen den Staub. Den kompletten Abriss müssen sie von der etwa fünf Quadratmeter großen Steigerplatte erledigen.
„Wir dürfen die Räume nicht betreten", sagt der 27-jährige Dennis Hoffmann.
Sein Vater ist einer der drei Chefs des Unternehmens - drei Brüder.
„Jeder Abbruch ist anders", sagt Jürgen Hoffmann. Er wirft vom Bürgersteig aus einen prüfenden Blick auf die Arbeiten am Reihenhaus.
„Das ist hier schon besonders fummelig", betont der 56-jährige Moritzberger. Er hat jahrzehntelange Erfahrung in Sachen Abriss - gerade hat er den großen Abbruch an der Jakobistraße erledigt. „Aber so ein Auftrag ist schon sehr selten." Durch den Brand sind fast alle Sachen unbrauchbar geworden. Jeder Dachziegel, jedes Holzstück, sämtliche Möbel und Einrichtungsgegenstände müssen einzeln angefasst und entsorgt werden - entweder zerkleinert im großen weißen Plastiksack oben auf der Plattform, oder Dennis Hoffmann wirft die Holzstücke von oben direkt in den Vorgarten. Dort hat sich bereits ein richtiger Berg aufgetürmt.
„Wenn wir Wertgegenstände in die Hände bekommen, übergeben wir sie den Hausbewohnern - beispielsweise die gefundenen Reisepässe", sagt der Maschinenführer. Die dreiköpfige Familie, die in dem Haus gewohnt hat, ist seit dem Unglückstag bei Verwandten direkt gegenüber untergekommen. Sie muss nun mit ansehen, wie ihr Haus Tag für Tag weiter schrumpft.
Läuft alles nach Plan, dann werden die Abrissarbeiten wohl an die vier Wochen in Anspruch nehmen - und rund 50.000,-- Euro kosten. Normalerweise benötige man mit einem Bagger höchstens vier bis fünf Tage, sagt Chef Hoffmann. Doch hier muss besonders viel Rücksicht auf die beiden Nachbarhäuser genommen werden. Zum Glück habe jedes eine eigenständige Wand zum Nachbargebäude. Durch die Explosion weisen sie aber auch Schäden am Dach und Risse in der Fassade auf. Etwas Sorgen bereitet Jürgen Hoffmann die Decke im Obergeschoss. „Das ist massiver Beton." Der sei per Handarbeit nur sehr mühsam kleinzukriegen.
Auch die Kriminalpolizei ist weiter vor Ort. Denn die Ursache der Explosion steht auch acht Wochen später noch nicht genau fest - niemand darf sich im Haus genauer umgucken. Vermutet wird eine Verpuffung in der Gasheizung. In der kommenden Woche treffen sich Brandermittler, Sachverständige der Versicherung, Gutachter und Vertreter der Bauaufsicht zu einem neuen Ortstermin am Haus.

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( Foto : Chris Gossmann )

   

Explosion in Drispenstedt :
Drei Verletzte, 18 Anwohner evakuiert

Vermutlich Gasexplosion: In Drispenstedt steht am Freitagmorgen ein Haus in Flammen. Die Druckwelle soll so groß gewesen sein, dass sich der Dachstuhl angehoben hat.
Am Freitag, 24. Januar2020, um kurz nach 5:00 Uhr, kam es in einem Reihenmittelhaus in der Franz-Eger-Straße im Hildesheimer Ortsteil Drispenstedt zu einer Explosion und einem anschließenden Brandausbruch. Drei Hausbewohner wurden dabei verletzt.
Die Ursache war am Freitagmorgen noch unklar. Das Haus wird von einer dreiköpfigen Familie bewohnt. Während der 67-jährige Vater und der 19-jährige Sohn leichte Verletzungen davontrugen, wurde die 54-jährige Mutter schwer verletzt. Es gelang ihnen, das Haus selbstständig zu verlassen. Alle drei sind in ein Hildesheimer Krankenhaus eingeliefert worden. Die Berufsfeuerwehr Hildesheim sowie diverse Freiwillige Feuerwehren waren mit einem Großaufgebot vor Ort, um das Feuer zu bekämpfen.
Das Haus wurde massiv beschädigt und konnte Freitagmorgen noch nicht durch die Polizei betreten werden. Eine Schadenssumme kann noch nicht beziffert werden. Auch die rechts- und linksseitig angrenzenden Häuser wurden beschädigt. Die Bewohner wurden evakuiert und können vorerst nicht in ihre Häuser zurückkehren. Beamte des 1. Fachkommissariats der Polizeiinspektion Hildesheim haben die Ermittlungen aufgenommen.

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© SIR... Dieter Sander